Migrationsforschung ist die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit Wanderungsbewegungen, d.h. die Bewegung einer Person oder einer Gruppe von Personen entweder über eine internationale Grenze oder innerhalb eines Staates. Unterschiedliche Disziplinen befassen sich mit Migrationsforschung (Soziologie, Humangeographie, Kultur- und Sozialanthropologie, Geschichts-, Wirtschafts- und Rechtswissenschaften etc.), weswegen Migrationsforschung oft als interdisziplinäres Arbeitsfeld bezeichnet wird. Vor allem im Zuge der Globalisierung hat Migrationsforschung in den vergangenen Jahrzehnten – auch als Grundlage für politische Entscheidungen – an Bedeutung gewonnen und es ist davon auszugehen, dass die Relevanz von Migrationsforschung weiter zunehmen wird.

IOMs globaler Ansatz

Die Forschungstätigkeiten der IOM sind darauf ausgerichtet, Informationen und Leitlinien für die Entwicklung von Migrationspolitiken und den praktischen Umgang mit Migration bereitzustellen. Die Organisation bietet einen einzigartigen Rahmen für den Dialog zwischen Forscher/innen und politischen Entscheidungsträger/innen. Die Forschungsergebnisse werden durch zahlreiche Publikationen auf der ganzen Welt verbreitet. Die weltweiten Forschungstätigkeiten der IOM umfassen die verschiedensten Themen des Migrationsmanagements, einschließlich Migrationstrends und Statistiken, internationales Migrationsrecht, Migration und Entwicklung, Rücküberweisungen, Gesundheit und Migration, Bekämpfung des Menschenhandels, Arbeitsmigration, irreguläre Migration, Integration und Rückkehrmigration.

Das IOM Landesbüro für Österreich legt den Fokus im Bereich Migrationsforschung darauf, politische Entscheidungsträger/innen bei der Entwicklung und Umsetzung von Migrationspolitiken und Praktiken zu unterstützen. Die Expertise des IOM Landesbüros für Österreich umfasst dementsprechend, neben anderen relevanten Disziplinen, auch österreichisches und internationales Migrationsrecht. Durch die Forschungsarbeit des IOM Landesbüros für Österreich soll ein verbessertes Verständnis für Migration geschaffen, soziale und wirtschaftliche Entwicklung durch Migration gefördert sowie die Wahrung der Menschenwürde und des Wohlbefindens von Migrant/innen gesichert werden.

Forschung und Migrationsrecht in Österreich

In Österreich wird Migrationsforschung in diversen Einrichtungen betrieben, unter anderem in Universitäten, Forschungszentren, internationalen Organisationen und Nicht-Regierungs-Organisationen. Daneben gibt es auch Forschungsaktivitäten in anderen Fachbereichen, die mit Migration zusammenhängen oder sich mit Migration überschneiden.

Der mit Abstand am häufigsten behandelte Themenbereich innerhalb der Migrationsforschung war in den letzten Jahren das Migrationsrecht; dabei wird dem Asylrecht eine besonders hohe Aufmerksamkeit gewidmet. Darüber hinaus wird aktiv zum Niederlassungs- und Aufenthaltsrecht, zum Beschäftigungsrecht und zum Staatsbürgerschaftsrecht geforscht. Dazu kommen auch Forschungsarbeiten zum Einfluss des Europäischen Rechts auf die österreichische Rechtslage. Schwerpunkt dieser Forschungsarbeiten sind hauptsächlich die Interpretation von Gesetzestexten sowie deren Vereinbarkeit mit menschenrechtlichen bzw. völkerrechtlichen Standards.

Das österreichische Migrationsrecht ist entscheidend von europarechtlichen und völkerrechtlichen Vorgaben geprägt. Für die menschenrechtlichen Standards des Migrationsrechts sind in Österreich insbesondere die Europäische Menschenrechtskonvention und die Grundrechtecharta der EU relevant. Im Asylbereich nimmt die Genfer Flüchtlingskonvention eine zentrale Rolle ein. Die konkrete Ausgestaltung des Migrationsrechts in Österreich ist dann vor allem durch Verordnungen und Richtlinien der EU geprägt, die eine Harmonisierung der Rechtslage innerhalb der EU-Mitgliedstaaten beabsichtigen. Durch diese Rechtsinstrumente wird unter anderem die Zuständigkeit für Asylanträge, die Aufnahme von Asylsuchenden, das Asylverfahren und die Gewährung von internationalem Schutz, Fragen der Familienzusammenführung sowie die Zuwanderung von beispielsweise Studierenden, ForscherInnen und Hochqualifizierten oder auch die Vergabe von kurzfristigen Visa sowie Mobilitätsrechte innerhalb der EU geregelt.

Konferenzen und Workshops

MigrationsforscherInnen in Österreich haben zahlreiche Möglichkeiten, ihre Arbeit zu präsentieren. Die Abteilung für Forschung und Migrationsrecht nimmt regelmäßig an österreichischen und internationalen Konferenzen teil. In den vergangenen Jahren hat IOM beispielsweise aktiv an der Jahrestagung Migrations- und Integrationsforschung in Österreich, dem Dialogforum der Fakultät für Migration und Globalisierung der Donau-Universität Krems sowie an der Internationalen Metropolis Konferenz teilgenommen. Des Weiteren wird IOM regelmäßig dazu eingeladen, thematische Vorträge im Rahmen von Workshops an der Diplomatischen Akademie Wien und anderen Institutionen zu halten.

Als Nationaler Kontaktpunkt Österreich im Europäischen Migrationsnetzwerk (EMN) organisiert die IOM zudem regelmäßig eigene Konferenzen, wie beispielsweise die EMN Jahreskonferenz 2018 in Wien.

Abgeschlossene Projekte

Im Folgenden finden Sie detaillierte Informationen zu abgeschlossenen Projekten:

 

Kontakt

IOM Österreich, Abteilung für Forschung und Migrationsrecht

emnaustria@iom.int

+43 (0)1 585 33 22